Umfassender Leitfaden zu BPMN: Ein Fallstudie zum Nominations- und Auswahlprozess des Nobelpreises

Einführung in BPMN

Business Process Model und Notation (BPMN) ist eine grafische Darstellung, die zur Spezifikation von Geschäftsprozessen in einem Workflow verwendet wird. BPMN bietet eine standardisierte Methode zur Modellierung von Geschäftsprozessen, wodurch deren Verständnis, Analyse und Verbesserung erleichtert wird. Dieser Leitfaden wird den Nominations- und Auswahlprozess des Nobelpreises als Fallstudie nutzen, um die zentralen Konzepte von BPMN zu erläutern.

Problemstellung

Der Nominations- und Auswahlprozess des Nobelpreises ist komplex und beinhaltet mehrere Beteiligte, darunter Nominatoren, den Nobelpreisausschuss und externe Experten. Der Prozess beginnt mit der Einladung von Nominatoren und endet mit der Bekanntgabe der Nobelpreisträger. Zu den zentralen Herausforderungen gehören die Verwaltung der Nominationsformulare, die Beurteilung der Kandidaten sowie die Gewährleistung eines fairen und transparenten Auswahlprozesses.

Wichtige Konzepte von BPMN

1. Pools und Lanes

  • Pools: Stellen die Hauptbeteiligten in einem Geschäftsprozess dar. In unserer Fallstudie gibt es drei Pools: „Nobelpreis-Nominierung“, „Nobelpreisausschuss“ und „externer Experte“.
  • Lanes: Unterteilungen innerhalb eines Pools, die verschiedene Rollen oder Abteilungen darstellen. In dem Pool „Nobelpreis-Nominierung“ sind die Lanes „Nobelpreisausschuss“ und „Nominatoren“ enthalten.

2. Ereignisse

  • Startereignis: Wird durch einen Kreis dargestellt und zeigt den Beginn eines Prozesses an. In unserer Fallstudie ist das Startereignis die Übermittlung von Nominationsformularen durch den Nobelpreisausschuss an eingeladene Nominatoren.
  • Endereignis: Wird durch einen Kreis mit fetter Umrandung dargestellt und zeigt das Ende eines Prozesses an. In unserer Fallstudie ist das Endereignis die Bekanntgabe der Nobelpreisträger.
  • Zwischenereignisse: Werden durch einen Kreis mit doppelter Umrandung dargestellt und zeigen etwas an, das zwischen Start- und Endereignis stattfindet. In unserer Fallstudie umfassen die Zwischenereignisse die Fertigstellung von Aufgaben wie der Nominierung von Kandidaten und die Beurteilung der Kandidatenarbeit.

3. Aktivitäten

  • Aufgaben: Werden durch abgerundete Rechtecke dargestellt und zeigen eine einzelne Arbeitseinheit an. In unserer Fallstudie umfassen die Aufgaben „Nominationsformular senden“, „Kandidat(en) identifizieren“, „Kandidatenformular(e) senden“, „Kandidatenarbeit beurteilen“, „Bericht über Kandidaten senden“, „Kandidaten besprechen (Tagung 1)“, „Preisträger auswählen (Tagung 2)“ und „Bekanntgabe der Nobelpreisträger“.
  • Unterprozesse: Werden durch ein Rechteck mit Pluszeichen dargestellt und zeigen einen Prozess an, der in kleinere Aufgaben zerlegt werden kann. In unserer Fallstudie gibt es keine expliziten Unterprozesse, die Aufgaben können jedoch als Teil eines größeren Unterprozesses betrachtet werden.

4. Gateways

  • Gateways: Werden durch eine Raute dargestellt und steuern den Ablauf des Prozesses basierend auf Bedingungen. In unserer Fallstudie umfassen die Gateways „Bedarf an externem Experte feststellen?“ und „Erste fünf vorläufige Kandidaten auswählen.“

5. Flussobjekte

  • Ablauffluss: Werden durch durchgezogene Pfeile dargestellt und zeigen die Reihenfolge der Aktivitäten an. In unserer Fallstudie zeigt der Ablauffluss die Reihenfolge der Aufgaben und Ereignisse an, wie beispielsweise die Übermittlung von Nominationsformularen durch den Nobelpreisausschuss, die Identifizierung und Übermittlung von Kandidatenformularen durch die Nominatoren sowie die Beurteilung der Kandidatenarbeit durch den Nobelpreisausschuss.
  • Nachrichtenfluss: Sie werden durch gestrichelte Pfeile dargestellt und zeigen den Nachrichtenfluss zwischen Pools an. In unserer Fallstudie zeigt der Nachrichtenfluss die Kommunikation zwischen dem Nobelpreiskomitee, den Vorschlagenden und externen Experten, beispielsweise das Senden und Empfangen von Vorschlagsformularen, Kandidatenberichten und Empfehlungen.

Fallstudienanalyse

Pool für Nobelpreisvorschläge

  1. Startereignis: Das Nobelpreiskomitee sendet 3000 Einladungs-/vertrauliche Vorschlagsformulare an eingeladene Vorschlagende.
  2. Aufgabe: „Vorschlagsformular senden“ – Das Nobelpreiskomitee sendet Vorschlagsformulare an eingeladene Vorschlagende.
  3. Aufgabe: „Kandidat(en) identifizieren“ – Die Vorschlagenden identifizieren einen oder mehrere Kandidaten.
  4. Aufgabe: „Kandidatenformular(e) senden“ – Die Vorschlagenden senden die Kandidatenformulare an das Nobelpreiskomitee.
  5. Zwischenevent: Die Vorschlagsformulare wurden versandt.

Pool des Nobelpreiskomitees

  1. Startereignis: Das Nobelpreiskomitee erhält die ausgefüllten Vorschlagsformulare.
  2. Aufgabe: „Vorläufige Kandidaten prüfen und auswählen“ – Das Nobelpreiskomitee prüft und wählt vorläufige Kandidaten aus.
  3. Gatter: „Bedarf an externem Experte feststellen?“ – Das Nobelpreiskomitee prüft, ob fachliche Unterstützung erforderlich ist.
    • Falls ja, fließt der Prozess in den „externen Experte“-Pool.
    • Falls nein, setzt der Prozess mit der Auswahl der ersten fünf vorläufigen Kandidaten durch das Nobelpreiskomitee fort.
  4. Aufgabe: „Erste fünf vorläufige Kandidaten auswählen“ – Das Nobelpreiskomitee wählt die ersten fünf vorläufigen Kandidaten aus.
  5. Aufgabe: „Kandidaten aus dem Bewertungsbericht auswählen“ – Das Nobelpreiskomitee wählt Kandidaten basierend auf dem Bewertungsbericht aus.
  6. Aufgabe: „Empfehlungsbericht erstellen“ – Das Nobelpreiskomitee erstellt einen Empfehlungsbericht.
  7. Aufgabe: „Bericht mit Empfehlungen senden“ – Der Nobelpreiskomitee sendet den Bericht mit Empfehlungen an das Nobelpreiskomitee.
  8. Aufgabe: „Endgültige Sitzung des Preiskomitees abhalten“ – Das Nobelpreiskomitee hält eine letzte Sitzung ab, um über die Empfehlungen zu diskutieren.
  9. Endereignis: Der Prozess endet mit der Bekanntgabe der Nobelpreisträger.

Externes Expertenpool

  1. Startereignis: Der externe Experte wird gebeten, die Arbeit der vorläufigen Kandidaten zu bewerten.
  2. Aufgabe: „Arbeit der Kandidaten bewerten“ – Der externe Experte bewertet die Arbeit der vorläufigen Kandidaten.
  3. Aufgabe: „Bericht über die Kandidaten senden“ – Der externe Experte sendet einen Bericht über die Kandidaten an das Nobelpreiskomitee.
  4. Zwischenerignis: Die Bewertung ist abgeschlossen.

Nachrichtenfluss

  • Das Nobelpreiskomitee sendet Nominationsformulare an eingeladene Nominatoren.
  • Die Nominatoren senden Nominationsformulare an das Nobelpreiskomitee.
  • Das Nobelpreiskomitee sendet eine Anfrage um fachliche Unterstützung an den externen Experte.
  • Der externe Experte sendet einen Bericht über die Kandidaten an das Nobelpreiskomitee.
  • Das Nobelpreiskomitee sendet einen Bericht mit Empfehlungen an das Nobelpreiskomitee.

Fazit

BPMN ist ein leistungsfähiges Werkzeug zur Modellierung von Geschäftsprozessen. Durch die Verwendung der zentralen Konzepte von Pools, Lanes, Ereignissen, Aktivitäten, Gateways und Flussobjekten können Sie klare und präzise Diagramme erstellen, die komplexe Geschäftsprozesse darstellen. Der Fallstudienbeispiel der Nobelpreis-Nominierung und -Auswahl veranschaulicht, wie BPMN verwendet werden kann, um eine realweltliche Situation zu modellieren, was es einfacher macht, den Prozess zu verstehen, zu analysieren und zu verbessern. Dieser umfassende Leitfaden bietet eine detaillierte Erklärung der BPMN-Konzepte anhand eines praktischen Beispiels und hilft Ihnen, diese Konzepte auf Ihre eigenen Geschäftsprozesse anzuwenden.

Verwandte Links

  1. Professionelles BPMN-Prozessmodellierungstool
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  3. Überblick über die BPMN-Notation
  4. Einführung in BPMN Teil I
  5. Teil II – Swimlane
  6. Teil III – Fluss und Verbindungsobjekte
  7. Teil IV – Daten und Artefakte

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